Datum
26. April 2018
Dave Prowse Noris Force Con 4

Noris Force Con 4 – Eventbericht: Der Samstag

Während der Freitag zur Star Wars-Zeit um 11:38 Uhr begann, startete die Noris Force Con 4 am Samstag (und auch am Sonntag) bereits um 9:00 Uhr. Die Besucher strömten dann schon massenhaft in das Gemeinschaftshaus Langwasser, dessen Korridore sich schnell füllten.

Ausstellungen, Fan-Stände und ein echter Tie-Fighter

Fasziniert gingen die Menschen an den zahlreichen Vitrinen in den Gängen vorbei, die so manches Schmuckstück bereit hielten. Unter Massenware, wie man sie im Spielzeugladen kaufen konnte oder noch immer kann, verbargen sich zahlreiche Raritäten: Actionfiguren, Statuen und Büsten und Convention Exklusives. Auch die brandneuen Actionfiguren in jeglicher Variation zu Star Wars – Das Erwachen der Macht wurden bereits ausgestellt.

Wer am Samstag-Vormittag also nicht zur Fotosession ging, die im Hauptsaal stattfand, der konnte sich ausführlich die Ausstellungen ansehen oder auch sich an den Fantischen über die unterschiedlichsten Projekte informieren. Namhafte Vertreter waren hier unter anderem StarWars-Union, ProjektStarWars, die 501st Legion German Garrison (mit 1:1-Nachbau eines Speeder Bikes am Stand), die Rebel Legion, die Mandalorianische Beskar-Schmiede und die Order of the Force.

Die einzelnen Fangruppen brachten sich teilweise auch sehr aktiv ins Geschehen mit ein. Saberproject veranstaltete natürlich wieder eine der bekannten und beim Publikum äußerst beliebten Lichtschwert-Shows. Die Fangruppe Pa-Vis meets Mara bot einen Workshop zum Jedi-Gürtel selber machen an und in der Lichtschwertschule für junge Padawane konnten diese den Umgang mit den spannenden Waffen lernen.

Eines der Highlights stellte sicherlich auch der riesige Tie-Fighter dar, der auf dem Platz vor dem Gemeinschaftshaus Langwasser aufgebaut war und gemeinsam mit zahlreichen Kostümierten als Fotopoint diente.

German Garrison Noris Force Con 4

Der Stand der 501st Legion German Garrison mit Speeder Bike als Fotopoint

Rebel Legion Noris Force Con 4

Auch die helle Seite war vertreten: Die Rebel Legion durfte natürlich ebenso wenig fehlen!

Project X-1 Tie Fighter

Der Project X-1 Tie Fighter – ein wahres Highlight, nicht nur für Besucher, sondern auch für den ein oder anderen Passanten.

Thrawn - Noris Force Con 4

Büste und Statue, die Grandadmiral Thrawn zeigt und einige Bücherprops, die mit den Titeln von Autor Timothy Zahn versehen sind.

Die Panels

Nach dem Fotoshoot stand ein Panel mit LEGO-Designer Niels M. Frederiksen an. Dieser gab in seinem Panel Einblicke in die Entstehung eines LEGO-Sets und erzählte natürlich ebenso von seinem Job, der für viele in dem riesigen Publikum, das das Panel anlockte, ein Traumjob sein musste. Frederiksen stand auch das ganze Wochenende über für Fragen an seinem eigenen kleinen Stand neben den beeindruckenden Aufbauten von dem Imperium der Steine zur Verfügung.

Auf die spannenden Einblicke in das Leben eines LEGO-Designers, der auch aktiv an den Star Wars-Sets mitarbeitet, folgte ein äußerst unterhaltsamer und gleichzeitig spannender Vortrag von Dr. Hubert Zitt, der sich vorweg gleichmal dafür entschuldigte, Star Wars eventuell ein wenig in die Kritik zu nehmen, ehe er ausdrücklich erklärte, Star Wars-Fan zu sein.

In seinem Vortrag erläuterte er die in Star Wars vorgestellten Technologien und legte dar, dass einiges in der Realität nicht umsetzbar wäre und man hier deutlich merke, dass Star Wars weit mehr in den Märchenbereich abdriftet wie das wissenschaftlich fundiertere Star Trek.

Überraschenderweise schlussfolgerte er aber auch, dass so manche Technologien aus Star Wars entweder so oder so ähnlich bereits existierten, oder sich die Menschheit aktuell bewusst oder unbewusst sehr viel Mühe gebe, die ein oder andere Technologie umzusetzen.

Timothy Zahn

Wie beliebt die Geschichten von Autor Timothy Zahn unter Star Wars Fans sind, zeigte sich unter anderem daran, wie gut besucht sein Panel war.

Natürlich kamen Fragen auf, in denen Fans wissen wollten, was Zahn davon hielt, dass man das bestehende Expanded Universe nun mehr unter dem Titel Legends weiter vermarktete, während man offiziell einer ganz neuen Timeline folgen sollte. Tatsächlich bot der Autor eine äußerst interessante Erklärung dafür, wie er sich die künftige Ko-Existenz beider Universen vorstellte. So findet er allein Idee mit dem Titel Legends bereits interessant. Denn auch in der echten Welt gäbe es schließlich Legenden. Lucasfilm halte sich so die Möglichkeit offen, eine Legende herauszugreifen und sie im neuen Expanded Universe zu einem “historischen” Fakt zu machen, so wie dies in der Welt der Fall wäre, wenn ein Archäologe für eine scheinbare Legende plötzlich Beweise fände und diese Legende ab diesem Zeitpunkt Teil der tatsächlichen Geschichte würde.

Timothy Zahn Noris Force Con 4

Timothy Zahn bei seinem Panel am Samstag der Noris Force Con 4

So gäbe es jede Möglichkeiten auch die alten Geschichten wieder aufleben zu lassen, sie zu verändern und sie in den neuen Canon einzufügen. Eine Ansicht, der viele Fans beipflichteten und die vermutlich so manchem Skeptiker zeigten, dass man dem Neustart vielleicht gar etwas abgewinnen kann.

Spannend war zudem die Ausführung Zahns dazu, wie er die Charaktere Thrawn, Mara Jade und Talon Karrde erschaffen hatte. So sei ihm vorher wichtig gewesen, festzulegen, durch was sich bereits bestehende Charaktere auszeichneten. Am Beispiel von Thrawn erklärte er, dass der Imperator manipuliert hätte, Vader hätte mit Furcht und Schrecken für Ordnung gesorgt. Für Thrawn wollte er sich etwas neues einfallen lassen, daher wählte er eine nicht-menschliche Rasse, schließlich zeichnete sich das Imperium hauptsächlich durch Menschen aus und ein Nicht-Mensch in einem so hohen Rang musste definitiv ein hohes Ansehen (vor allem beim Imperator) genießen und wichtig sein. Thrawn zeichnete sich aber auch dadurch aus, dass seine Truppen loyal zu ihm hielten, weshalb die Loyalität zu einer seiner gefährlichsten Waffen wurde.

Diese und die Erklärung, wie er auf ähnliche Weise mit Mara Jade und Talon Karrde verfahren war, sorgte für Staunen im Publikum und für großen Applaus.

Das Imperium-Panel

Auf das interessante Panel von Timothy Zahn und das unterhaltsame Panel zum Tie-Fighter-Animationsfilm folgte ein Panel, das von vielen Fans mit äußerster Spannung erwartet wurde: das Imperium-Panel. Denn dieses war hochkarätig besetzt: Dave Prowse, Kenneth Colley und Alan Flyng gaben sich die Ehre und stellten sich den Fan-Fragen.

Dave Prowse Noris Force Con 4

Dave Prowse (Darth Vader) im Panel

Headliner der Noris Force Con 4, Dave Prowse, erzählte dem Publikum, wie er zu seiner Rolle des Darth Vader kam und wurde gefragt, ob ihm einst beim Dreh bereits bekannt gewesen sei, dass über seine Worte synchronisiert werden würde. Er erklärte, dass er sich während des Drehs bereits gefragt habe, wie man dies mit seiner Stimme handhaben würde, schließlich konnte man ihn durch den Helm gerade laut genug hören, dass die anderen Darsteller auf ihn reagieren konnten. Für einen fertigen Film wäre die Tonqualität nicht zu handhaben gewesen. Deshalb hatte er bereits beim Dreh die Frage gestellt, was geschehen würde. Genaueres hätte er allerdings erst erfahren, als er die Dreharbeiten abgeschlossen hatte. Zu dieser Zeit wäre die Produktion in die USA zurückgekehrt und er hätte sich natürlich in Großbritannien befunden. So habe man in Amerika einen Sprecher zum Synchronisieren gesucht, da es zu teuer gewesen wäre, ihn wegen der Tonaufnahmen in die USA zu fliegen. Somit hätte man James Earl Jones als Stimme von Darth Vader verpflichtet. Jedoch habe er erst kürzlich Arbeiten an einer Aufnahme abgeschlossen, bei der er den Text von Vader spricht. Genauere Infos konnte Prowse dazu allerdings noch nicht geben.

Alan Flyng betonte an dieser Stelle, dass James Earl Jones als Vaders Stimme zwar ausgezeichnete Arbeit leiste, man aber auch bedenken müsste, dass ohne Dave Prowse’ Arbeit dies allerdings nicht wirken würde. Schließlich habe er den gesamten Text gelernt, in den Szenen gesprochen und Vader somit auch die entsprechende Körpersprache mit auf den Weg gegeben, die für ein gutes Zusammenspiel mit der Synchronisation essentiell sei.

Alan Flyng - Noris Force Con 4

Alan Flyng im imperialen Panel

Flyng selbst wusste allerhand Geschichten vom Dreh zu erzählen, denn er spielte zwar sowohl den vermutlich einzigen imperialen Offizier, der weder Namen noch Actionfigur hat, aber auch auch den ein oder anderen Storm- und Snowtrooper. So gab es spannende Einblicke in die Aufgaben der Hintergrunddarsteller, die dafür sorgen, dass eine Szene auch um die Hauptcharaktere herum zur Geltung kommt und entsprechend wirkt. Aber auch lustige Geschichten von sich auf dem Kopf drehenden Helmen durften nicht fehlen, dank derer die Stormtrooper-Darsteller teilweise nichts mehr sahen, und auch der Feuerlöscher, der es zunächst in eine Szene von Das Imperium schlägt zurück geschafft hatte, fand Erwähnung.

Kenneth Colley gab zu, dass Star Wars für ihn einst kaum mehr als einfach nur ein Job gewesen war. Tatsächlich habe er der Science Fiction sehr skeptisch gegenübergestanden. Die meisten Filme damals hätten auf ihn einfach merkwürdig gewirkt. Als er mit seiner Frau schließlich eines Tages an einem Kino vorbeikam und die Menschenschlangen stehen sah, schaute er sich um und erkannte, dass es sich um Star Wars handelte. Er wusste zum damaligen Zeitpunkt, dass er in Das Imperium schlägt zurück mit von der Partie wäre und sagte, dass er sich den Film nun anschauen müsse, wenn er schon in der Fortsetzung dabei wäre. So hätte er gespannt Star Wars angeschaut und überrascht festgestellt, dass sobald die Schrift über die Kinoleinwand rollte, andächtiges Schweigen im ganzen Saal herrschte. Dies war der Moment als er dachte “Wow, das wird so gut. Und ich bin im nächsten dabei!”.

Kenneth Colley Noris Force Con 4

Kenneth Colley (Admiral Piett) im Panel

Tatsächlich war Admiral Piett in Die Rückkehr der Jedi-Ritter zunächst gar nicht eingeplant gewesen. Überrascht gab Colley zu, dass die Fans mehr von dem Charakter hatten sehen wollen und er letztlich nur deshalb für den 3. Teil der Trilogie hatte zurückkehren dürfen.

Auf das äußerst erfolgreiche Imperium-Panel folgte ein Panel, in dem die Umsetzung des Comics Erben des Imperiums als Animationsfilm umgesetzt wurde, ehe in einer Charity-Auktion das ein oder andere Sammlerstück für den guten Zweck versteigert wurde, natürlich zu Gunsten des Kinderschicksale Mittelfranken e.V.

Am Abend gab es dann noch eine besondere Überraschung, denn dann stand das Filmmusik-Konzert der Stadtkapelle Neunburg v.W. an, bevor es für viele Con-Teilnehmer zur After-Show-Party ging.

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