Datum
23. September 2018

Bericht: London Film & Comic Con 2018

Schon die vergangenen Jahre etablierte sich die London Film & Comic Con als Event, das es mit den US-Events unlängst aufnehmen kann. Daher blieb es auch dieses Mal spannend, zeichnete sich in der Vergangenheit doch mehr und mehr ab, dass die Gästeliste nicht mehr unbedingt wuchs, doch stattdessen mehr und mehr A-Lister angekündigt wurden. Das wollte der Veranstalter offenbar auch für die LFCC 2018 wieder unter Beweis stellen und übertraf sich erneut.

Ein hochkarätiger Name nach dem anderen wurde angekündigt und so standen zum Schluss Namen wie David Duchovny, Christopher Eccleston, Jason Momoa, Sam Neill, David Tennant, Tom Welling, Steven Seagal, Peter Capaldi, Matt Smith, Zachary Levi, Steven Moffat, Meat Loaf, James Caan, Paul Wesley, Rose McIver und Arthur Darville auf der Gästeliste.

Dennoch hagelte es Kritik am Veranstalter. Wann immer Gäste angekündigt wurden, waren es die falschen. Hochkarätige Gäste sind ja heutzutage nur noch Darsteller, die im “Avengers”-Team mitmischen. Darüber hinaus… Hm… Wenn kein “Avenger”, dann müssen es schon Harrison Ford oder Tom Hanks sein. (Wenn man das Forentreiben mitverfolgte, haben tatsächlich sogar Leute ein Eintrittsticket gekauft, weil sie dachten, Harrison Ford würde angekündigt werden – und sich anschließend beschwert, dass sie es nicht zurückgeben können.)

Die Preise für die Autogramme und Fotos dieser Gäste? Zu teuer! Ja, die Preise haben gegenüber früher angezogen, zugleich sind die Preise auf den Events von Showmasters im Vergleich immer noch (zumindest in weiten Teilen) günstiger als auf vergleichbaren Veranstaltungen. Ja, ich selbst empfinde auch einige Preise als überteuert – und habe deshalb zum Beispiel die gesamte “Game of Thrones”-Mannschaft übersprungen. Diese Preise aber immer gleich dem Veranstalter anzulasten – gerade in diesem Fall – , ist aber auch nicht der richtige Weg, sind doch auch Preise für Unterkunft, Flüge und Co. erheblich gestiegen.

Vergessen sollte man auch darüber hinaus nicht, dass die Gästelisten der London Film & Comic Con heutzutage aktuellere und vor allem größere Namen aufweisen, als noch vor einigen Jahren. Dass die natürlich umso mehr ins Geld laufen, ist lediglich eine logische Schlussfolgerung. Aktuelle, viel beschäftigte Gäste bergen aber auch noch ein anderes “Problem”, über das sich häufig – und völlig zu Unrecht – mockiert wird. Denn das Risiko einer Absage aufgrund von Dreharbeiten steigt mit der Aktualität der Stars. Leider begreifen viele Besucher bis heute nicht, dass es selbstverständlich sein sollte, dass ein Schauspieler wegen einer neuen Rolle jederzeit sein Kommen zu einem Event absagen darf. Und, ja, ich war dieses Mal, wie auch in der Vergangenheit schon häufig genug von Absagen betroffen und weiß, wie enttäuschend dies sein kann. Aber so läuft es nun mal.

Die LFCC 2018 eine pure Enttäuschung?

Nein. Nein. Und nochmal Nein. Die London Film & Comic Con fährt Kritik ohne Ende ein und das völlig zu Unrecht. Weiterhin lässt sich erkennen, dass wenn es hakt, es hauptsächlich an den Besuchern selbst liegt. Rücksichtsloses Verhalten (“Hier mal schnell ein Foto von XY und AB knipsen” – trotz Verbot. “Schlangestehen? Mir doch völlig egal! Hier bin ich und hier will ich jetzt drankommen!”) ist mittlerweile leider an der Tagesordnung (traurigerweise sogar in England) und selbst damit kam der Veranstalter in diesem Jahr relativ gut zurecht – was keine Einladung dazu sein sollte, sich rücksichtslos zu verhalten. Das Batch-System bei den Photo Sessions funktioniert einwandfrei und wer zu einem Photo Shoot von 14 Uhr bis 14.30 Uhr mit Batch 9 um Punkt 14 Uhr auftaucht, braucht sich nicht wundern, dass er ewig warten muss – und den Durchgangsverkehr behindert.

Sieben Foto-Areas gab es dieses Jahr – die Prop-Areas nicht hinzugerechnet. Die waren größtenteils auch noch reichlich gut angelegt, womit ein ewiges Hin- und Herpendeln nicht gegeben war. Jedoch zeigte sich auch in diesem Jahr, dass die Galerie der Veranstaltungshalle im Prinzip ein großes Problem darstellt. Platz sinnvoll zu nutzen, ist hier schwierig, gelang aber einigermaßen durch die Foto-Areas, wenngleich das Anstehen dort durchaus unübersichtlich sein kann.

Überraschenderweise stellten die Schlangen für die Autogramme in diesem Jahr weit weniger Probleme dar. Obwohl die Autogramm-Areas mit den weniger frequentierten Gästen nahezu identisch angeordnet – und durchaus belebt – waren, kam man nahezu mühelos vorbei, was es ebenfalls einfacher gestaltete, zwischen den verschiedenen Bereichen hin- und herzuwandern.

Ebenfalls deutlich weniger Probleme gab es dieses Mal bei den Panels auf der Main Stage. Die Helfer waren besser instruiert als im vergangenen Jahr und so kam es nicht laufend zu neue Informationen bezüglich Einlass und Sitzordnung. Die Area wurde zügig gefüllt und auch zügig geleert, sofern dies – wie z.B. vor einem Paid Talk – vorgesehen war. Am Freitag stimmte das Licht für Fotos noch nicht ganz. Mit der richtigen Kamera und Einstellung waren Fotos zwar dennoch möglich, doch dies wurde schnell nachgebessert, weshalb es am Samstag und Sonntag noch einfacher wurde, zu knipsen.

Leider war das Angebot an Panels recht merkwürdig gewählt und viele große Gäste hatten kein Panel, nicht einmal als Paid Talk. Hier hätte man durchaus mehr aus dem Programm holen können, war dieses noch nicht mal sonderlich straff.

Das Angebot an Händlern war bunt gemischt, wenngleich auch leider nicht so umfangreich wie im vergangenen Jahr oder so abwechslungsreich wie auf der Collectormania und wenngleich für Leute, die auf vielen Conventions sind, wenige Überraschungen dabei waren. Die Preise verhielten sich aber im Rahmen und mit etwas Glück konnte man richtig coole Schnäppchen machen. Das Agententraining von Amazons Jack Ryan, die Transformers und das umfangreiche Cosplay-Angebot rundeten das Event ab und mit einer Martial-Arts-Vorstellung von Darth Maul-Darsteller Ray Park in den Abendstunden ließ man sich ebenfalls etwas einfallen, was es so nicht überall gibt.

Fazit zur London Film & Comic Con 2018

Das Gäste-Line-up war der pure Wahnsinn. Selten konnte eine Con eine so hochkarätige Gästeliste in diesem Umfang präsentieren. Darunter befanden sich klassische Stars ebenso wie aktuelle Stars, die wiederum bunt gemischt aus Film und TV zusammengewürfelt waren. Abseits der Film- und TV-Landschaft hatten sich Dutzende Comic Artists, Cosplayer, Künstler und Aussteller eingefunden, die zu einem großartigen Wochenende beitrugen. Man kann gespannt sein, wie es im kommenden Jahr weitergeht, stehen dann in Olympia doch gleich die London Comic Con Spring und die London Film & Comic Con auf dem Programm.

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